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Bericht über einen REIMA - Kunden
DEA Autoport (Auerswalde/N,A4) Herr Dathe, Ronny
Beitrag: "Impulse" Ausgabe Febr./2000

Basic Instincts 


Die Nase kauft mit. Angenehme Gerüche im Laden kurbeln den Umsatz messbar an. Sechs Prozent 
plus sind immer drin. Ihre Investition?
Ein unscheinbarer Duftgenerator, der nur 100 Mark
im Monat kostet. 

So wie auf diesem Foto sehen die Duftgeneratoren
aus. Die Kosten
errechnen sich
aus dem Kauf-
preis und den
Duftessenzen

Anschaffungspreis:
ab 1.290 DM
Duftessenz:
pro Monat ab 75 DM
Mietkauf:
pro Monat ab 99 DM
Stromverbrauch:
ab 25 Watt

Autobahn A 4 von Dresden, Fahrtrichtung Chemnitz. Raststätte Auerswalde. DEA-
Tankstelle. Volltanken, Tank-
deckel zu, schnell bezahlen. Der penetrante Geruch von Benzin, Diesel, Öl und Abgasen verfolgt den Autofahrer von der Zapfsäule bis zur Kasse im nahen Tankshop. Und dann auf einmal umgibt ihn ein verführ-
erischer Kaffeeduft. Neugierig sucht er die Quelle der himm-
lischen Ammen- und landet im einladenden Bistro der Tank-
stelle. Genau dahin wollte Ronni Thade ihn locken. Thade ist Pächter der Tankstelle und ein gewitzter Geschäftsmann. "Ich suche immer neue Möglich-
keiten, meinen Umsatz anzukurbeln." Für dieses Ziel greift Thade auch zu recht ungewöhnlichen Mitteln. Seit März letzten Jahres bläst neben der Kasse des Tankshops eine Aromasäule künstlichen Kaffeeduft in die Luft. Leise surrende elektrische Zerstäuber, bestückt mit unaufdringlichen Düften wie "Verdeflora" (laut Werbeprospekt "frische grüne
Sommerwiese", "Ozeanbrise" "frischer, salziger Meeresduft" oder "Herbst", "dezent, warm, elegant, stimulierend" helfen in der Tat, Geschäfte auf Touren zu bringen. In bedufteten Läden halten sich Kunden bis zu 16 Prozent länger auf, der Umsatz nimmt um rund sechs Prozent zu, fand die Ökonomin Anja Stöhr heraus. Stöhr hat über die Möglichkeiten des Marketing-
instruments Duft-Design ihren Doktor gemacht. Ronni Thade kann Stöhrs wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen. Seit er die Aromaschleuder als Verführer einsetzt, kletterte der Umsatz in seinem Bistro um mehr als fünf Prozent. Auch Freiberufler locken mit Wohlgerüchen. In der Berliner Zahnarztpraxis Grönke R Partner überdeckt ein an karibische Strände erinnernder Hauch von Orangenaromen die typische Zahnarztgeruchsmelange aus Füllungsmaterial und Desinfek-
tionsmitteln. Vor allem im Empf-
angsbereich und im Warte-
zimmer setzen die Doctores ihre Geheimwaffe ein, um Angst und Stress der Patienten zu
dämpfen. Carsten Briese, Geschäftsführer und Partner der Praxis, kann eine glänzende Bilanz aufmachen: "Durch den Einsatz der Aromasäule stieg die Zufriedenheit unserer Pa-
tienten, was uns schätzungs-
weise 100000 Mark Mehrumsatz brachte." Die Kosten sind verglichen damit winzigst. Briese least die Duftspender für 100 Mark im Monat. Die Kaufpreise solcher Geräte beginnen bei 1290 Mark Manchmal geht es gar nicht um Geschäfte, sondern darum, Peinlichkeiten zu vermeiden. Seit drei Jahren stößt eine Aromasäule beim Kölner Optiker Rudi's Brillenerlebnis frische Düfte in den Raum. Inhaber Rudi Winter hat dafür einen ganz simplen Grund: "So merkt kein Kunde, wenn meine beiden Hunde im Laden mal unangenehm riechen."

VERFÜHRER

Ronni Thade, Tankstellenpächter an der Autobahn A4 bei Chemnitz, beugt sich ganz entspannt über seinen elektrischen Kundenverführer. Durch den Einsatz eines Duftgenerators hat er den Umsatz in seinem Bistro, gleich hinter der Kasse seiner DEA-Tankstelle. um fünf Prozent gesteigert. Für den sächsischen Unternehmer hat sich das innovative Gerät damit rasch bezahlt gemacht.

Geert Schmelzer, Foto Maurice Weiss

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